Regierungsbunker Rheinland-Pfalz am 6.11. offen

Dienstwagen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer vor dem Ausweichsitz Rheinland-Pfalz: Spielt der Bunker heute noch eine Rolle in Krisenfällen?Staatsgeheimnis im Alzeyer Staatsgeheimnis: aktuelle Ausweichsitzplanung der Bundesregierung wird beleuchtet

Einmal jährlich öffnet sich die verbunkerte Unterwelt unter der Sporthalle des Aufbau-Gymnasiums in Alzey. Hier hatte die Mainzer Landesregierung 1979 ihren Bunker für Kriegs- und Krisenfälle eingerichtet und bis 1992 betrieben. Nach Ende des Ost-West-Konfliktes wurde das außergewöhnliche Objekt verlassen und geschlossen. Seit einigen Jahren steht der „geschützte Ausweichsitz“ immer am ersten Novembersonntag im Rahmen von Führungen offen.

Am 6. November ist es wieder soweit und in diesem Jahr steht ein besonders spannendes Thema im Mittelpunkt: Wie gestaltet sich die aktuelle Ausweichsitz-Lösung der Bundesregierung eigentlich heute? Gibt es einen Regierungsbunker wie früher im Ahrtal? Wie sind die Landesregierungen baulich auf Großschadenslagen vorbereitet? Und welche Auswirkungen hat das jüngst beschlossene Zivilschutzkonzept auf unser Leben? Geht es wirklich nur um 10 Liter Mineralwasser und ein paar Suppendosen im Keller?

Einmal jährlich steht der ehemalige Ausweichsitz in Alzey offen. Am 6. November ist es wieder soweit.Der Ort ist für die Beantwortung dieser Fragen sicherlich prädestiniert. Genau hier wurden im Kalten Krieg Übungen durchgeführt, die sich mit den Auswirkungen eines Atomkrieges auseinandersetzten. Die Stabsrahmenübungen von damals (CIMEX) sollen jetzt neu aufgelegt werden: Sogenannte Anti-Terror-Übungen auf Bund-Länder-Ebene mit Beteiligung der Bundeswehr sind für 2017 geplant. Die Bedrohungslage wird dafür neu definiert. Den Truppen des Warschauer Pakts folgen nun terroristische Gruppierungen, konventionelle Waffen werden durch „hybride Angriffe“ abgelöst.

Ob Rheinland-Pfalz mitübt, ist noch unklar. Sicher aber ist: Der Bunker in Alzey wird dafür nicht reaktiviert, auch wenn er noch immer in Landesbesitz ist. Doch Auswirkungen des neuen Zivilschutzkonzeptes, Ende August 2016 durch Bundesinnenminister Thomas de Maizière vorgestellt, sind bereits im ehemaligen Bunker der Landesregierung „eingezogen“ und werden im Rahmen der Führungen am 6. November erklärt.

Spannende Unterwelt: Rechts der beleuchtete Sandfilter, links geht es hinein in den Bunker.Es geht also um Staatsgeheimnisse im ehemaligen Staatsgeheimnis, denn die aktuelle Ausweichsitzlösung der Bundesregierung ist alles andere als ein öffentliches Thema. Wie gut der Deckmantel der Geheimhaltung funktioniert und welche Informationen nach umfangreichen Recherchen – insbesondere im Bundesarchiv Freiburg – heute vorliegen, wird exklusiv in Alzey erläutert.

Informationen und Anmeldemöglichkeiten zum Besuch des Ausweichsitzes Rheinland-Pfalz (Aufbau-Gymnasium, Ernst-Ludwig-Str. 49-51, 55232 Alzey) am 6. November 2016 gibt es hier: www.bunker-alzey.de

 

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01.10.2016